Apple ist immer für eine Überraschung gut. Die dritte iPad-Generation hat einen Namen erhalten, den keiner vorhergesehen hat. Statt iPad 3 oder iPad HD heißt das neue Modell schlichtweg „the new iPad“. Bis zuletzt hatten die Liveblogger während der Vorstellung in San Francisco auf einen anderen Namen gewartet. Als die Veranstaltung dann gegen 20.20 Uhr endete, herrschte großes Erstaunen.
Abgesehen vom Namen hat Apple mit dem neuen iPad jedoch die meisten Erwartungen erfüllt. Im Mittelpunkt steht ein neues, hochauflösendes Display. Der qualitative Sprung ist zu vergleichen mit dem zwischen iPhone 3GS und iPhone 4. Die Auflösung beträgt 2048 mal 1536 Pixel. Wie beim iPhone müssen die Apps darauf erstmal vorbereitet werden. Am Anfang wird es noch viele Programme geben, deren Auflösung hochskaliert wird. Apple hat deshalb seine eigenen Apps bereits aktualisiert, um die neuen Möglichkeiten in der Praxis zeigen zu können. Updates für die iWork-Apps, Garageband und iMovie sind bereits fertiggestellt. Ein Highlight dürfte mit dem neuen Display auch die erstmals verfügbare iPhoto-App werden.
Eine weitere große Neuerung ist die Unterstützung des neuen Mobilfunkstandards LTE (Long Term Evolution). 4G soll bis zu 72 Megabit/s ermöglichen – vorausgesetzt, das Netz ist überhaupt vorhanden, was in den US-Ballungsräumen schon eher der Fall ist, als hierzulande in Deutschland. Apple will auch das Kunststück hinbekommen haben, die Akkulaufzeit auf 3G-Niveau zu halten (bis zu neun Stunden). Wer das neue iPad ohne Mobilfunkverbindung nutzt, soll das Gerät sogar eine Stunde länger ohne Steckdose benutzen können.
Die Sprachassistentin Siri ist tatsächlich nur in geringem Umfang integriert worden. Statt per Tastatur nimmt das neue iPad Eingaben auch per Sprache entgegen. Eine darüber hinausgehende Sprachsteuerung ist nicht vorgesehen.
Grundlage für das bessere Display ist der neue A5X-Prozessor, der eine Doppelkern-CPU enthält, für Grafikzwecke aber sogar vierfach getaktet ist. Weitere Neuerungen stecken in der Kamera, wobei im wesentlichen die im iPhone 4S verbaute Technik zum Einsatz kommt.
Was enthält das neue iPad nicht? Gerüchte wie der Verzicht auf den Homebutton oder den Dock Connector haben sich als haltlos erwiesen. In den letzten Stunden vor der Apple-Veranstaltung war von einem haptischen Display die Rede, das Eingaben „spürbar“ macht. Auch dieses Gerücht erwies sich – zumindest bei diesem Modell – als Nonsens.
Das neue iPad sieht wie sein Vorgänger aus, wiegt ein klein wenig mehr und bietet Speicherausstattungen zwischen 16 und 64 Gigabyte. Die Preise bleiben gleich. Das Vorgängermodell, iPad 2, soll weiterhin am Markt bleiben und um 100 Dollar im Preis sinken.
In Deutschland wird das neue Gerät zeitgleich mit den USA ab 16. März zu haben sein. Vorbestellungen sind ab sofort möglich.
Die wichtigsten Funktionen noch einmal im Überblick:
- Ein hochauflösendes Retina-Display (2048×1536 Pixel, 3.1 Millionen Pixel) – vorhandene Apps werden automatisch hochskaliert
- Neuer A5X-Prozessor mit viermal schnellerer Grafik
- Eine neue Kamera (iSight), deren Technik auf der des iPhone 4S basiert: 5 Megapixel Auflösung, fünfteilige Linse, Backside Illumination, Hybrid Infrarotfilter
- Bessere Videokamera mit 1080p-Auflösung, Bildstabilisierung
- Diktierfunktion (Siri-ähnlich) – unterstützt u.a. auch Deutsch
- 4G LTE – Downlink bis zu 73 Mbps; allerdings wird es aufgrund der verschiedenen LTE-Netze verschiedene Geräteversionen geben
- Das iPad kann jetzt als Hotspot verwendet werden (Tethering)
Leser der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) mussten lange auf eine Möglichkeit warten, die Zeitung in digitaler Form lesen zu können. Seit einigen Monaten gibt es die FAS-App für das iPad. Die späte Veröffentlichung hat möglicherweise mit den hohen Ansprüchen zu tun, die das Blatt an sich selbst stellt und die zu allerlei Auszeichnungen geführt haben. Vielleicht wurde aber auch erstmal abgewartet, wie sich der Markt entwickelt. Interessant ist dabei, dass die FAS mit ihrer digitalen Edition ausschließlich auf das iPad setzt. Für Android-Nutzer gibt es keine Alternative. Ebenso gibt es keine Web-Lösung, wie sie bis vor einigen Monaten immerhin noch für Texte existierte.
„The Daily“ hat ein exklusives Foto von Microsoft Office auf dem iPad veröffentlicht. Microsoft bestreitet die Echtheit und sagt, es handele sich um falsche Gerüchte und Spekulationen. Ein Dementi, dass nichts geplant ist, sieht gleichwohl anders aus.
Wenn es um die Nutzung der Online-Mediathek RTL NOW auf dem iPad geht, überlässt RTL nichts dem Zufall. Besitzer des Tablets sehen schlichtweg nur eine Eigenwerbung für die App, wenn sie die Startseite der Mediathek aufrufen. Eine Nutzung über den Safari-Webbrowser des sonst im Web in Teilen kostenlosen Services ist nicht möglich. Stattdessen muss die 3,99 Euro teure App erworben werden.
Kritiken über „The Daily“ waren anfangs eine Gratwanderung: Wer die Zukunft von Tabletzeitungen allzu euphorisch sah, wurde von Konservativen bezichtigt, die gedruckten Zeitungen tot zu schreiben. Wer allzu düster schrieb, musste sich den Vorwurf gefallen lassen, fortschrittsfeindlich zu sein. Mittlerweile, gut ein Jahr nach dem Start von „The Daily“ auf dem iPad, scheint das mit vielen Vorschusslorbeeren und prominenter Unterstützung durch Apple gestartete Zeitungsprojekt vor allem auf Gleichgültigkeit zu stoßen. In der Welt der Medien spielt „The Daily“ keine große Rolle. Beschäftigte die App vergangenes Jahr noch wochenlang die Blogger, ist nach zwölf Monaten nur wenig über das Jubiläum zu lesen. Zwar sind
Wann werden das iPad 3 und das iPhone 5 der Öffentlichkeit vorgestellt? Die Gerüchteküche überschlägt sich. Ein angeblicher Februar-Termin für das iPad 3 hat sich jedoch (vorläufig) als Ente erwiesen.